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PRIO · ROT · DRINGEND HANDELN

Was ist eine Pfändung?
Einfach erklärt.

Wenn Geld direkt von Konto oder Lohn einbehalten wird

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01 · DEFINITION

Was bedeutet Pfändung?

Eine Pfändung (offiziell: Pfändungs- und Überweisungsbeschluss, kurz P+Ü-Beschluss) ist ein gerichtlicher Beschluss, der einem Gläubiger erlaubt, direkt auf Ihr Konto oder Ihr Gehalt zuzugreifen, um eine offene Schuld einzutreiben. Eine Pfändung erfolgt nicht von heute auf morgen – ihr gehen in der Regel ein Mahnverfahren und ein vollstreckbares Urteil voraus. Wenn Sie einen P+Ü-Beschluss erhalten, handeln Sie sofort: Es gibt gesetzlich geschützte Pfändungsfreigrenzen, und ein Pfändungsschutzkonto (P-Konto) kann Ihre Grundversorgung sichern.

02 · INHALT

Was steht typischerweise drin?

  • Gerichtsstempel und Aktenzeichen des ausstellenden Gerichts
  • Name und Adresse des Gläubigers (wer lässt pfänden)
  • Gepfändeter Betrag inkl. Zinsen und Verfahrenskosten
  • Art der Pfändung: Kontopfändung oder Lohnpfändung
  • Anweisung an Ihre Bank oder Ihren Arbeitgeber (als Drittschuldner)
  • Rechtsmittelbelehrung: Widerspruchsmöglichkeiten und Fristen

03 · NÄCHSTE SCHRITTE

Was sollten Sie jetzt tun?

  1. 01

    Sofort P-Konto einrichten

    Beantragen Sie bei Ihrer Bank unverzüglich die Umwandlung Ihres Girokontos in ein Pfändungsschutzkonto (P-Konto). Das geht oft innerhalb eines Werktages. Das P-Konto schützt automatisch einen Grundbetrag (2024: 1.402,28 € monatlich) vor dem Zugriff des Gläubigers.

  2. 02

    Pfändungsfreigrenze prüfen und erhöhen lassen

    Der Basisfreibetrag kann erhöht werden: z.B. wenn Sie Unterhaltspflichten haben, Kindergeld beziehen oder besondere Aufwendungen nachweisen können. Holen Sie sich dafür eine Bescheinigung vom Jobcenter, der Familienkasse oder dem Arbeitgeber.

  3. 03

    Schuldnerberatung aufsuchen

    Eine kostenlose Schuldnerberatung (z.B. bei der Caritas, AWO oder dem Schuldnerberatungszentrum) kann Ihnen helfen, einen Zahlungsplan zu verhandeln oder eine Privatinsolvenz zu prüfen. Handeln Sie nicht allein bei einer Pfändung.

  4. 04

    Widerspruch prüfen falls Pfändung unberechtigt ist

    Ist die Forderung falsch, bereits bezahlt oder verjährt? Dann legen Sie beim zuständigen Gericht sofort Erinnerung oder Widerspruch ein. Die Fristen sind sehr kurz – wenden Sie sich dafür an einen Anwalt oder die Schuldnerberatung.

FRISTEN · KALENDER NOTIEREN

Wichtige Fristen

  • P-Konto einrichten: so schnell wie möglich, idealerweise am selben Tag
  • Widerspruch gegen Pfändungsbeschluss: sehr kurze Fristen, oft nur 2 Wochen
  • Pfändungsfreigrenze-Erhöhung beantragen: vor der ersten Abbuchung

KI · 20 SPRACHEN · DSGVO

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FAQ · HÄUFIGE FRAGEN

Häufige Fragen zur Pfändung

Wie viel Geld ist bei einer Pfändung geschützt?+
Seit 2024 beträgt der Pfändungsfreibetrag für Einzelpersonen 1.402,28 € netto im Monat. Für jede Unterhaltspflicht erhöht sich dieser Betrag. Alles darüber kann gepfändet werden – nach einer gestaffelten Tabelle.
Was ist ein P-Konto und muss ich dafür zahlen?+
Ein Pfändungsschutzkonto (P-Konto) ist ein normales Girokonto mit besonderem Pfändungsschutz. Jede Bank ist gesetzlich verpflichtet, ein bestehendes Konto auf Wunsch in ein P-Konto umzuwandeln. Für die Umwandlung selbst dürfen keine Gebühren berechnet werden, die Kontoführungsgebühren bleiben aber.
Kann mein Arbeitgeber von der Pfändung erfahren?+
Bei einer Lohnpfändung ja: Der Pfändungs- und Überweisungsbeschluss wird direkt an Ihren Arbeitgeber als Drittschuldner zugestellt. Er ist dann verpflichtet, den pfändbaren Teil Ihres Lohns direkt an den Gläubiger zu überweisen.
Kann ich trotz Pfändung noch Rechnungen bezahlen?+
Ja. Der Pfändungsfreibetrag auf dem P-Konto steht Ihnen uneingeschränkt zur Verfügung. Sie können damit Miete, Lebensmittel, Strom und andere Lebenshaltungskosten bezahlen. Der Schutz gilt automatisch bis zur Freibetragsgrenze.
Wie lange dauert eine Pfändung?+
So lange, bis die gesamte Schuld inkl. Zinsen und Kosten bezahlt ist – oder bis Sie eine Einigung mit dem Gläubiger erzielen oder eine Privatinsolvenz beantragen. Eine Privatinsolvenz dauert drei Jahre, danach sind alle Schulden erlassen.

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